Unter Umbasierung versteht man die Bildung eines neuen Basisjahres B0.
=> Umbasierung einer Indexreihe auf Basis Y1= 100 =>
![]()
Beispiel:
| Jahr
|
Bev
(Millionen)
|
Basisjahr:
1960=100
|
| 1950
|
50
|
90,3
|
| 1955
|
52,4
|
94,6
|
| 1960
|
55,4
|
100,0
|
| 1965
|
58,6
|
105,8
|
| 1970
|
60,7
|
109,6
|
| 1975
|
61,8
|
111,6
|
| 1980
|
61,6
|
111,2
|
| 1985
|
61
|
110,1
|
1960 wurde in der zweiten Datenspalte als Basisjahr genommen. Der Wert für
1955 ergibt sich nach der Formel
![]()
Zeitreihen
mit unterschiedlichem Ausgangsniveau (vergleiche Bsp.) können besser
verglichen werden, wenn man die Wachstumsraten bildet.
Auch für umfangreiche, unübersichtliche Datensätze bietet sich
diese Methode an:
Vorgehensweise
Aus zwei aufeinanderfolgenden Werten X(l-1) und x(l) berechnet man die
Wachstumsrate nach der folgenden Formel:
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Der Wert, der sich ergibt, wird mit 100 multipliziert, um die Wachstumsangaben
in Prozent zu erhalten.
Beispiel
| Jahr
|
Filiale
A
|
Rate
A
|
Filiale
B
|
Rate
B
|
| 1980
|
1,3
|
-
|
11,2
|
-
|
| 1981
|
1,5
|
15,4
|
11,9
|
6,3
|
| 1982
|
1,4
|
-6,7
|
12,4
|
4,2
|
| 1983
|
1,6
|
14,3
|
13,7
|
10,5
|
| 1984
|
1,9
|
18,8
|
15,0
|
9,5
|
| 1985
|
2,2
|
15,8
|
16,3
|
8,7
|
| 1986
|
2,3
|
4,5
|
16,8
|
3,1
|
also
![]()
Kennt man die Bestände am Ende des Jahres t und am Ende des Jahres
t+n, nicht jedoch die für die n-1 dazwischenliegenden
Jahresenden, so erhält man über die Formel des geometrischen Mittels
die mittlere jährliche Wachstumsrate (Herleitung erfolgt über das
geometrische Mittel):
,
wobei n die Anzahl der unbekannten Jahre ist.
Diese Formel läßt sich auch folgendermaßen schreiben:
Bei n-1 Änderungen (oder unbekannten Jahren) bei n Y-Werten:
oder

Beispiel: 9 Änderungen bei 10 Y-Werten:


Die langfristige Entwicklungstendenz einer Zeitreihe heißt Trend.
Man benutzt die Trendfunktion Zeit zur Vorhersage/Prognose. Prognosen
können auch für die Vergangenheit (ex-post-Prognosen)
durchgeführt werden.
Die Trendberechnung hat zwei zentrale Aufgaben/Funktionen:
a) Datenreduktion
b) Prognose
Der Trend wird oft dargestellt durch eine Trendlinie, bzw. Trendfunktion, um
die Prognose treffen zu können.
Die Treffsicherheit (Qualität) einer linearen Prognose hängt ab von
Zur
Trendbestimmung eignen sich im allgemeinen glatte mathematische Funktionen, die
nicht periodisch sind oder eine Periodenlänge von mehr als 12 Monaten
besitzen.
Die einfachste funktionale Beziehung zwischen der Trendfaktorengruppe
(zusammengefaßt zum Quasi-Faktor Zeit t) und der Trendkomponente
Tt ist die Gerade
Tt=[beta]0+[beta]1t, t=1...n
wobei ß0 und ß1 Koeffizienten (Parameter)
darstellen, die durch ein geeignetes Verfahren zu bestimmen sind.
Es gibt (mindestens) vier verschiedene Methoden, eine Trendlinie zu
ermitteln:
Die
Spezifizierung der Trendkomponente Tt des Zeitreihenwertes
X1 für t=1...n wird als Trendbestimmung einer Zeitreihe
bezeichnet.
Sie hat im Rahmen der traditionellen Zeitreihenanalyse zwei Ziele:
1. Zum einen ist die Trendisolierung von Interesse (welchen Verlauf hätte
die Zeitreihe genommen, falls im Zeitablauf lediglich die Faktorengruppe
wirksam gewesen wäre?)
a) Ziel ist die Bestimmung eines Resultats aus dem der vergangene, dem
retrospektiven Interesse dienende, längerfristige Grundzug des in einer
Zeitreihe vorliegenden Bewegungsmusters, hervortritt
b) Die Trendisolierung sollten dem prospektiven Interesse dadurch dienlich
sein, daß insbesondere eine sich vollziehende Trendwende der
Trendkomponentenentwicklung erkennbar und für die Einschätzung der
zukünftigen Tendenz verwendbar wird.
2. Zum anderen geht es um die Trendausschaltung bzw. Trendbereinigung (welchen
Verlauf hätte die Zeitreihe genommen, falls die Trendfaktoren nicht
wirksam gewesen wären?)
Die Freihandmethode ist trivial. Man zieht nach Augenmaß eine "Trendline" durch die Punktwolke.

Die einfachste Form des Trends ist eine Gerade. Die einfachste Form der
Trendberechnung für eine Gerade ist das Modell der halben Durchschnitte.
Dabei wird die Zeitreihe in zwei gleiche Hälften unterteilt. Aus den
jeweiligen Werten der beiden Hälften wird das arithmetische Mittel
bestimmt und der Mitte der jeweiligen Hälfte zugeordnet, so daß man
nun zwei Punkte im Koordinatensystem besitzt, durch die die Trendgerade
eindeutig definiert ist und somit Trendwerte bestimmt werden können. Diese
Methode kann nur angewendet werden, wenn ein linearer oder fast linearer Trend
vorliegt.
1.
Zeitreihe in zwei gleich große Hälften teilen
2. Arithmetisches Mittel der Hälften berechnen (Ist n ungerade,
wird ein Wert in beide arithmetische Mittel einfließen)
3. Die beiden arithmetischen Mittel werden ins Koordinationnetz eingetragen und
mit einer Geraden verbunden)
| i
|
t
|
Bevölkerung
|
|
| 1
|
1950
|
50
|
|
| 2
|
1955
|
52,4
|
für
1-4: 51,6
|
| 3
|
1960
|
55,4
|
|
| 4
|
1965
|
48,6
|
|
| 5
|
1970
|
60,7
|
|
| 6
|
1975
|
61,8
|
für
5-8: 61,3
|
| 7
|
1980
|
61,7
|
|
| 8
|
1985
|
61,9
|
Die
Methode der gleitenden Durchschnitte ist ein Verfahren zur Glättung
von Zeitreihen. Sie setzt voraus, daß innerhalb der Zeitreihe
(kurzfristige) Schwankungen zyklisch auftreten (z.B. die Produktion von
Schoko-Osterhasen) und daß die Werte äquidistant sind.
Ein Gleitender Durchschnitt (GD) ist eine Folge von arithmetischen Mitteln, die
aus beobachteten Werten von Y gebildet werden. Ein gleitender Durchschnitt wird
aus einer gleichbleibenden Anzahl zeitlich benachbarter Beobachtungswerte
berechnet und dem in der Mitte des jeweiligen Zeitintervalls liegenden
Zeitpunkt t zugeordnet. Das Zeitintervall kann dabei sowohl aus einer
geraden, als auch aus einer ungeraden Zahl von Werten bestehen. Wichtig ist,
daß das Zeitintervall mit dem zugrunde liegenden Zyklus
übereinstimmt. Der Vorteil gegenüber der Regressionsmethode liegt
darin, daß man keinerlei Vorwissen über den Funktionstyp des Trends
besitzen muß. Die größte Schwierigkeit der Methode liegt in
der richtigen Auswahl des Zyklusses. In schwierigen Fällen sollten mehrere
Alternativen auf ihre Güte getestet werden. Bei Zeitreihen ohne saisonale
Schwankungen stellt sich die Frage, wie groß man die Ordnung der
Gleitenden Durchschnitte wählen soll. Da durch Gleitende Durchschnitte
starke Krümmungen der "glatten Komponente" abgeschliffen werden, und zwar
um so stärker, je höher die Ordnung, sollte die Ordnung bei zu stark
gekrümmten Verlauf der der glatten Komponenten nicht allzu groß
sein. Andererseits ist darauf zu achten, daß bei kleiner Ordnung der
It* weit von Null abweichen kann, besonders bei starken
irregulärnen Schwankungen.
Der Glättungseffekt der Methode der gleitenden Durchschnitte kann
verstärkt werden, indem man mehrere Glättungsverfahren
übereinanderschachtelt (Nachteil: Die Linie wird immer kürzer).
1.
Zyklen festlegen, z.B. bei Konjunktur 7-Jahreszyklen
2. Arithmetisches Mittel aus dem ersten Zyklus bilden
3. Um eins nach unten verschoben das nächste arithmetische Mittel bilden
(siehe Beispiel) usw.
Man berechnet also die Durchschnitte, die man direkt den einzelnen Zeitwerten
zuordnen kann, da die Zykluslänge im angegebenen Beispiel ungerade ist.
Wenn die Zykluslänge gerade ist, muß man das arithmetische Mittel
aus zwei "benachbarte" Summen bilden!!
Die Durchschnitte bewegen sich "gleitend" über die Zeitreihe hinweg Stellt
man diese gleitenden Durchschnitte graphisch dar, erhält man die
gewünschte Glättungslinie, die auch als Trendlinie bezeichnet werden
kann.
Anmerkung: Der Zyklus heißt auch "Fenster" oder "Stützbereich"

Der Zyklus beträgt in diesem Beispiel 7 = eine Woche.
Die
Methode der kleinsten Quadrate wird in der Praxis am häufigsten genutzt,
um eine Trendlinie zu ermitteln. Durch die Methode der kleinsten Quadrate
lassen sich sinnvolle Schätzfunktionen explizit erzeugen. Sie stellt
keine Anforderungen an die Ursprungsreihendaten. Allerdings müssen
Anhaltspunkte dafür vorliegen, daß sich der Trend durch eine
mathematische Funktion ausdrücken läßt.
Wendet man die Methode der kleinsten Quadrate auf Zeitreihen an, so bezeichnet
die unabhängige Variable X die Zeit und die Daten der Werte von Y zu
unterschiedlichen Zeitpunkten. Die sich so ergebende Regressionsgerade oder
-kurve von Y wird zum Zweck der Schätzung, Vorhersage oder auch der
Prognose verwendet.
Die Methode der kleinsten Quadrate ist unter anderem auch ein Mittel zur
Festlegung der Regressionskoeffizienten in der Stichprobe. Hierzu wird die
Regressionsgerade derart in eine Punktwolke gelegt, daß die Summe der
quadrierten vertikalen Abstände zwischen den beobachteten Werten und der
Regressionsgrade ein Minimum ergeben. Durch die Quadrierung erreicht man,
daß auch größere inhaltlich bedeutsame Abweichungen
stärker berücksichtigt werden als kleinere Abweichungen, die
eventuell "nur" auf zufällig Meßungenauigkeiten
zurückzuführen sind.

Hierbei
handelt es sich um ein Hilfsmittel zur Bestimmung des Polynomgrades. Die
Technik der variaten Differenzen beruht auf dem mathematischen Satz, nach dem
gilt: Ist die Trendfunktion ein Polynom vom Grade k>0, führt die
Bildung zeitlich benachbarter Trendkomponenten zu einer Trendfunktion
für t=2...n, die wiederum ein Polynom darstellt, wobei jedoch der
Polynomgrad auf k-1 reduziert ist.
Eine nochmalige Anwendung der Differenzenbildung reduziert laufend den
Polynomgrad, bis ein konstanter Wert erreicht ist. Generell gilt, daß
sich die Trendfunktion mit wachsendem Polynomgrad k der Ursprungsreihe
immer genauer anpaßt.
Will
man nicht Punkte schätzen, sondern ganze Bereiche, muß man einen
Trendkorridor berechnen:
Ein Trendkorridor beschreibt den Raum, in dessen Grenzen mit einem
festzulegenden Vertrauensniveau ein yi-Wert erwartet werden kann.
yi1(yio) gibt den jeweiligen oberen Wert des
Konfidenzindervalls "Trendkorridor" an, yi2 (yiu) gibt
den jeweils unteren Wert an. Befindet sich ein beobachteter Wert
außerhalb des Trendkorridors, war er mit dem angegebenen Vertrauen nicht
zu erwarten und weicht somit signifikant von der Null-Hypothese ab.