Die Beschreibung einer Zeitreihe intendiert die übersichtliche Darstellung der nur schwer überschaubaren Daten. Bei einer Datenreduktion sollte der hiermit verbundene Informationsverlust durch eine erhöhte Übersichtlichkeit ausgeglichen werden.
Einen ersten instruktiven Überblick über die Eigenheiten einer
Zeitreihe kann man aufgrund einer graphischen Darstellung in Form eines
Zeitreihenpolygons erhalten mit der Abzisse als Zeitachse und der Ordinate als
Zeitreihenwertskala.Das Polygon entsteht durch die lineare Verbindung der
einzelnen definierten Punkte.
Bemerkung:
Man kann bei der graphischen Darstellung meistens Jahreszahlen als Angaben
für Zeitpunkte auffassen, weil die amtliche Statistik z.B. die
Bevölkerungszahl immer zu einem Stichtag erhebt.
Wenn man unskalidert, also nicht die X-Achse oder Y-Achse bei 0 anfangen
läßt, deutet man die "Stauchung" durch eine Zickzacklinie an:

Die Berechnung des arithmetischen Mittels ist nur dann sinnvoll, wenn die Zeitreihe keine sich in der Zeit entwickelnde längerfristige Tendenz besitzt, die Zeitreihe also stationär ist.
Empirische
Zeitriehen zeigen im allgemeinen mehr oder weniger regelmäßige, sich
teilweise wiederholende Bewegungsmuster. Deren Deskription ist in Grenzen
dadurch möglich, daß die Messung der Korrelation zwischen den Werten
einer Zeitreihe, die Messung der Autokorrelation, durchgeführt wird.
Jedoch liefert eine solche Deskription unbefriedigende Ergebnisse.
Die Autokorrelation einer Zeitreihe besitzt aber eine recht große
Bedeutung im Zusammenhang der Konzeption moderner Zeitreihenmethodik. Ein
wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung der Eigenschaft einer Zeitreihe
y1..yn sind die empirischen Autokovarianzen bzw.
Autokorrelationen. Darunter versteht man Maße für den
Zusammenhang zwischen Beobachtungsdaten, die einen bestimmten zeitlichen
Abstand zueinander haben. So ist die empirische Kovarinaz bzw. Autokorrelation
zum sogenannten lag (Zeitverschiebung) 1 ein Maß für den
Zusammenhang von yt und yt+1 für
t=1..n-1, die um lag 2 ein Maß´für den
Zusammenhang zwischen y und yt+2 für
t=1..n-2 usw. Die lineare Zusammenhangsmessung zwischen den Werten einer
Zeitreihe erfolgt analog zur Konstruktion der Kovarianz bzw. des
Autokorrelationskoeffizienten im Zweivariablenfall:
Aus den n Werten einer Zeitreihe lassen sich n-1 Paare von unmittelbar
aufeinanderfolgenden Werten bilden
(x1,x2)(x2,x3)..(xn-1,xa).
Deren Autokovarinaz hat den Betrag

das arithmetische Mittel aus den Werten x1 bis xn-1
dargestellt und
das aus den Werten x2 bis xn.
Das bedeutet also, daß die Autokovarianz den linearen Zusammenhang
für n-1 Werte zweier Zeitreihen mißt, die deckungsgleich und
auf der Zeitachse um eine Zeiteinheit gegeneinander verschoben sind.
Bei nicht zu kurzen Reihen und insbesondere stationären Reihen
unterscheiden sich x(1) und x(2) nicht wesentlich, d.h.
daß in diesem Fall das arithmetische Mittel der ganzen Reihe verwendet
werden kann. Das gleiche gilt dann auch für die entsprechende Varianzen,
so daß die Autokorrelation unmittelbar aufeinanderfolgender Werte in
diesem Fall den Betrag
hat.
Entsprechend können die Autokovarianz und die Autokorrelation für
weiter auseinanderliegende Werte (also für um mehr als eine Zeiteinheit
gegeinander verschobene Reihen) bestimmt werden. Der Zeitabstand [tau] der
betrachtete Werte wird als lag bezeichnet. Daraus folgt, daß die
Autokovarianz eine vom Lagparameter [tau] abhängige Funktion darstellt
Für
[tau]=0 gilt, daß cov(0)=var(x)

Die empirische Autokorrelation ist somit
,
für [tau]=0 gilt, daß r(0)=1,
[tau]=0,1,2...1
r([tau]) besitzt die Eigenschaften des Korrelationskoeffizeinten von
Bravais/Pearson, auch das Verfahren ist analog. Die einzelnen Werte für
r([tau]) werden auch als Autokorrelation [tau]-ter Ordnung bezeichnet.
Da bei relativ großem [tau] die Zahl der in die Berechnung eingehenden
Wertepaare relativ klein ist und deshalb zu Werten von r([tau]) führen
kann, die von einzelnen Wertepaaren stark geprägt sind, sollte [tau] nicht
größer als ein Viertel der Anzahl der Zahlenwerte sein.

Eine Autokorrelation 1. Ordnung berechnet sich nach folgender Formel:

Allgemein wird die 1 durch [tau] ersetzt. Relativ große Werte des
Autokorrelationskoeffizienten
(-1<=[tau]<=1) weisen auf einen relativ engen Zusammenhang bei der
entsprechenden zeitlichen Verschiebung hin - je näher sich der Wert der
Null nähert, desto geringer ist der jeweilige zeitliche Zusammenhang.
Der Autokorrelationskoeffizient kann als Hinweis darauf angesehen werden, ob
eine Zeitreihe noch einer regulären Komponente unterliegt oder nicht.
Ist eine reguläre Komponente vorhanden, so sind die Werte von r([tau])
relativ hoch. Es gilt: Wenn die Periodizität genau getroffen wird, ist der
Wert nahe 1 und bei der halben Periodizität nahe -1. Sind alle Werte nahe
0, kann man die weitere Suche nach regulären Komponenten beenden, da man
davon ausgehen kann, daß die Werte rein zufällig sind. Wie ein
realisierter Wert zu bewerten ist, kann mit Hilfe eines Hypothesentests
ermittelt werden. Zum Autokorrelationskoeffizienten müssen
einschränkend zwei Bemerkungen gemacht werden:
1. Der Autokorrelationskoeffizeint macht nur bei relativ langen Zeitreihen
Sinn, da der maximale lag mit einem Drittel bis zur Hälfte der
Zeitreihe angegeben wird. Hat man eine Zeitreihe mit 16 Monatswerten, kann man
eigentlich einen 12-Monats-Zyklus gar nicht mehr ermitteln.
2. Die Werte von Zeitreihen sind in der Regel inhaltlich immer eng verbunden.
So entsteht z.B. die Bevölkerungszahl immer aus ihrem Vorjahreswert.
r=1 läßt also meist hohe Werte erwarten, nicht wegen einer
zugrundliegenden Periodizität, sondern einzig wegen des inhaltlichen
Zusammenhangs. Eine Periodizität wird daher erst ab r>=4 interessant.
Der Graph von r([tau]) wird als (Auto-)Korrelogramm bezeichnet. Auf der Abzisse
werden die lags abgetragen und auf der Ordinate die Werte der
Autokorrelationskoeffizienten.