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Helmut Kromrey: Empirische Sozialforschung: 4. Kapitel Strategien der Operationalisierung und Indikatorenauswahl

4.1 Indikatoren

Um existierende, aber nicht direkt wahrnehmbare Phänomene erfahren zu können (z.B. Berufserfolg), braucht man Indikatoren.
Indikatoren (nach Novak)

a) definitorisch: die zu untersuchende Merkmalsdimension wird durch definitorische Indikatoren selbst erst definiert.

b) extern korrelativ: c) Schlußfolgernde Indikatoren:

4.2 Indexbildung

Frage: Kann man Teildimensionen zu einem Index zusammenfassen?
Antwort: Ja, aber nur, wenn die Korrelation zwischen den Indikatoren alle ein positives Vorzeichen haben und wenndie Korrelationen der Teildimensionen (der Indikatoren) mit der abhängigen Variable alle das gleiche Vorzeichen haben (also entweder alle positiv oder alle negativ sind).
Siehe Abbildung S. 121
Ansonsten wird das Ergebnis verfälscht:
Indizes werden anstatt von Indikatoren verwendet, weil die Chance, Meßgenauigkeiten zu verringern, erhöht wird. Indikatoren beziehen sich immer nur auf eine Teildimension des Sachverhaltes. Es kann vorkommen, daß mehrere Indikatoren stark korrelieren, weil sie identische Aspekte des Sachverhaltes messen (sie sind redundant). Diese Mehrfachmessung stört bei der Auswertung, bei Zusammenfassung zu Indizes fällt Mehrfachmessung weg.
Die Bildung von Indizes ist schwierig und wird unter Umständen der Realität nicht gerecht (Vergleiche Kromrey S. 122-125) Z.t. spiegeln Indizes nicht die Bewertungen der Befragten wider.
Daten und Untersuchungsergebnisse, die nicht "realitätsadäquat" sind, nennt man Forschungsartefakte.

4.3 Operationalisierung

Operationalisierung: Übersetzung in Forschungstechniken. Z.B. überlegt sich der Forscher, daß er ein standardisiertes Interview durchführen will. Operatationalisierung nennt man also die Überlegung, wie ein theoretischer Begriff in die Praxis umgesetzt werden kann. Für eine Theorie, die sich auf beobachtbare Sachverhalte bezieht, lassen sich drei Aussageebenen unterscheiden:
1. Kerntheorie/Substantielle Theorie
Begriffe werden in einem theoretischen Modell zueinander in Beziehung gesetzt (X verursacht Y, X führt zu Y, wenn Z vorliegt etc.)
2. Beobachtungsaussagen (Indikatoren)
Empirische Untersuchungen liefern zunächst nur Beschreibungen über beobachtbare Eigenschaften von Untersuchungseinheiten.
3. Korrespondenzregeln
Korrespondenzregeln sind Postulate, die die empirischen Theorien (Ebene 1) mit den Beobachtungsaussagen (Ebene 2) verbinden. Sie legen fest, welcher beobachtbare Sachverhalt als Hinweis (als "Indikator") auf den theoretisch gemeinten Sachverhalt gelten soll.
Klartext: Welcher empirische Sachverhalt "korrespondiert" mit dem theoretischen Sachverhalt
Empirisch interpretierte Theorien bestehen aus Problem der Gültigkeit operationaler Vorschriften(Validität)
Die sprachlogische Gültigkeit einer operationalen Vorschrift betrifft die Beziehung zwischen Sätzen, die die Vorschrift beschreiben, und solchen, die die Definition angeben.
Frage: Haben die operationalen Vorschriften und die Begriffsdefinition den gleichen Bedeutungsgehalt?
Klartext: Fragesteller stellt eine Frage (Operationalisierung), die auf einer Nominaldefinition beruht. Validität meint nun, daß die Antwort auf die Frage den gleichen Bedeutungsinhalt hat, den gleichen Sacherhalt anspricht wie die Nominaldefinition.
Die Überprüfung der sprach-logischen Gültigkeit kann zu vier möglichen Ergebnissen führen. Grafiken (sehr einleuchtend!): S.131
Problem: Nicht immer ist eine logisch gültige operationale Vorschrift empirisch gültig. Die empirische Gültigkeit muß also zusätzlich überprüft werden.

4.4 Rekurs: Die Methodologie hypothesentestender und theoriebildender Forschung

Kromrey wiederholt das bisher behandelte Forschungsschema. Am Beispiel einer psychologischen Testreihe konkretisiert er die theoretischen Ausführungen. Außerdem beschreibt er die Skizze auf Seite 134.
Gut: Skizze logischer Denkschritte auf S. 134
Ansonsten: Wiederholung und Zusammenfassung, gut zum Einstieg!


© Dorthe Lübbert, dorthe@luebbert.net, April 1999
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